Deutscher Verpackungspreis: 25 Verpackungen prämiert

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung prämierte das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) am Vorabend der FachPack die materialübergreifend innovativsten Verpackungslösungen des Jahres. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hatten Designer, Entwickler, Hersteller und Verwender von Verpackungen aus 12 Ländern insgesamt 232 Lösungen für den Wettbewerb eingereicht. Eine breit besetzte Jury aus Experten von Fachverbänden, Industrie, Handel, Medien und Hochschulen hatte 54 Einreichungen in sechs Kategorien für einen Deutschen Verpackungspreis nominiert.
Zu den Gewinnern im Bereich Kosmetik und Hygiene zählen drei Verpackungen.
Alverde Naturkosmetik, eine Verpackung mit einem durchgängigen Öko-Konzept bei gleichzeitig hochwertiger Qualität: Die Faltschachtel besteht zu 80 % aus Recyclingmaterial und ist mit mineralölfreien ökologischen Offsetdruckfarben bedruckt. Hierfür werden ausschließlich nachwachsende, pflanzliche Rohstoffe für die Herstellung der Farben verwendet. Es besteht dabei keine Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz zu Pflanzen, die als Lebensmittel verwendet werden. Die Herstellung der Druckfarben wird mit Ökostrom realisiert und somit eine Reduktion des CO2-Fußabdruckes von 76 % erreicht. Die Farben sind biologisch abbaubar und kompostierbar.
Umgesetzt wurde die Faltschachtel für DM-Dogeriemarkt von Carl Edelmann. Das Design stammt von Khdesign.
FullCircleDesign Tube ist eine neue 360° digital bedruckte Laminattube. Da über die Naht hinweg gedruckt werden kann, bietet sie neue Gestaltungsmöglichkeiten. Mit digitalem Tubendruck können photorealistische Motive realisiert werden. Die bis zu 5 mm breite weiße Naht von Laminattuben kann nun vollständig genutzt werden. Die neue Technik ermöglicht es sogar, Schrift und Bildelemente über den Nahtbereich zu drucken. Das Auszeichnungskriterium war also das geschlossene Druckbild über die Naht ohne Versatz. Das Verfahren wurde vom Unternehmen Karl Höll entwickelt.
Für den Prototyp Hybriddruck Kunststofftube wurde ist eine neue Inline-Druckkombination von Flexo- und Siebdruck realisiert. Durch diese Kombination lassen sich im 4-Farbflexodruck bisher nicht realisierbare Druckdesigns herstellen.Mit der neuen Flexodrucktechnik sind nun auch allerfeinste Verläufe und Farbnuancen realisierbar. Dabei wurden auch ökologische und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Eine Neuerung und Optimierung im Produktionsablauf erlaubt, Änderungen in kürzester Zeit vorzunehmen und die Änderungen eins zu eins in der Produktion umzusetzen. Der Druckprozess wurde von Anfang an auf LED-Trocknung ausgelegt. Bei diesem Trocknungsprozess wird eine Temperatur von ca. 27 – 35°C erreicht, was für eine beträchtliche Energieeinsparung sorgt. Hervorzuheben ist die photorealistische Auflösung im Direktdruck, die bisher in dieser Ausführung nicht darstellbar war, sowie die energie-, material- und produktschonende LED-Trocknung.
Entwickelt wurde der Prototyp von Tubex.
Beim Twinside-Label lässt sich mit nur einer Folienschicht eine nahezu verdoppelte Informationsfläche für Deklaration, Promotion oder Couponing realisieren. Im Vergleich zu traditionellen zweilagigen Etiketten wird 50 % Material eingespart. Durch ein permanent haftendes Klebstoffsegment ist eine sichere Produktkennzeichnung gewährleistet. Ein ablösbar eingestelltes Klebstoffsegment ermöglicht die Fixierung nach dem Abheben und Lesen der Rückseiteninformation. Die von Li-iL eingesetzten Etiketten wurden von der Zebra-Werbeagentur gestaltet und von Aleithe Haftetiketten hergestellt.
Three ist eine neuartige Parfümverpackung in einteiliger Konstruktion. Die dreidimensionale Form hat eine dreieckige Basis und ist mit drei verschiedenen Blüten in freundlichen Farben gestaltet. Das dreieckige Sichtfenster ermöglicht dem Kunden einen ersten Blick auf das Produkt. Der dreilagige Aufbau des Sichtfensters in drei Farbabstufungen macht neugierig auf das Produkt. Der Steckverschluss ermöglicht ein leichtes Öffnen und Wiederverschließen der Verpackung. Beim Öffnen klappt die Verpackung so auf, dass das Produkt repräsentativ im Mittelpunkt steht. Entwickelt und umgesetzt wurde das Konzept von Melinda Laubner und Caroline Buhl an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin.
Noch bis zum 26. September zeigt das DVI bei der Fachpack eine Auswahl der prämierte Verpackungsinnovationen auf seinem Stand 459 in Halle 6. Zum 50jährigen Jubiläum des Deutschen Verpackungspreises bietet das dvi zudem eine kleine Zeitreise durch ausgewählte Innovationen im Verpackungsbereich von 1963 bis heute.

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