Statusbericht 2016: BDIH-Standard zur kontrollierte Naturkosmetik

Der Countdown läuft: Ab 2017 ist es verpflichtend, für Neuentwicklungen von Natur- und Biokosmetik den COSMOS-Standard einzuhalten. Dies gilt für alle Mitglieder der COSMOS-Standard AISBL, einem internationalen Zusammenschluss von Verbänden und Zertifizierungsorganisationen, die gemeinsam den harmonisierten COSMOS-Standard entwickelt haben. Zusammen repräsentieren die COSMOS-Mitglieder BDIH, Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association nach Angaben des BDIH das weltweit größte und bedeutendste System zur Zertifizierung von Natur- und Biokosmetik.
Rückblick
Der BDIH hat weltweit als erster Branchenverband einen Standard für Natur- und Biokosmetik eingeführt. Seine Kriterien haben von Anfang an nicht nur Naturstoffe in einer klaren und nachvollziehbaren Weise definiert, sondern auch großen Wert darauf gelegt, Verbrauchererwartungen an eine umweltschonende Herstellung und den Tier- und Artenschutz zu erfüllen. Dazu gehören ein weltweit greifendes Tierversuchsverbot, die strenge Limitierung tierischer Rohstoffe und der Einsatz gegen Gentechnik. Darüber hinaus wurden weitreichende Vorgaben zur Verwendung von Rohstoffen in Bioqualität etabliert.
Der von den Gründungsmitgliedern von COSMOS geschaffene gemeinsame COSMOS-standard ist im Januar 2010 in Kraft getreten und seit diesem Zeitpunkt wurden bereits Hunderte von Erzeugnissen der BDIH-Mitglieder gemäß dem COSMOS-standard zertifiziert. Insgesamt haben bereits mehrere Tausend Endprodukte und Rohstoffe die Prüfung nach COSMOS-standard durchlaufen.
Ausblick
Die Entwicklung gleicht einer Evolution: Mit der Verbindlichkeit des COSMOS-standard ab 2017 bleiben die Errungenschaften des BDIH-Standards erhalten, ergänzt durch eine ambitionierte Fortentwicklung der Prüfkriterien, wie beispielsweise die Berücksichtigung der Prinzipien von „Green-Chemistry“. Hierauf beruhen die gesteigerten Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Abbaubarkeit verwendeter Rohstoffe, genauso wie Vorgaben an die Verpackung oder die Verwendung von Reinigungsmitteln bei der Produktion.
Der COSMOS-Standard unterscheidet zwischen der Kontrolle von Naturkosmetik und der Zertifizierung von Biokosmetik. Für beide Stufen sind die grundlegenden Anforderungen identisch. Für Biokosmetik müssen allerdings zusätzlich die geforderten hohen Anteile von Bestandteilen aus biologischem Anbau erfüllt werden. Für die Auslobung eines Produktes als Biokosmetik müssen zum Beispiel als Grundvoraussetzung mindestens 95% der physikalisch gewonnenen pflanzlichen Bestandteile aus der Öko-Landwirtschaft stammen.
Mitglieder des BDIH müssen für den Erhalt der Signaturen „COSMOS natural“ oder „COSMOS organic“ das bewährte Prüfverfahren nicht wechseln und auch keine weiteren Lizenzgebühren aufwenden. Das Kontrollzeichen des BDIH bleibt auch nach dem Eintritt der Verbindlichkeit des COSMOS-Standard für alle neuen Produkte ab 2017 erhalten.
Zahlen – Daten – Fakten
Aktuell führen rund 200 Lizenznehmer unter über 300 Marken Produkte gemäß BDIH-Standard für Kontrollierte Naturkosmetik. Über 80 der Firmen haben ihren Sitz im Ausland, die Hälfte davon außerhalb der EU. Die Lizenznehmer verteilen sich damit derzeit auf ca. 30 Länder.
Rund 10.000 zertifizierte Produkte haben bislang das BDIH-Zeichen erhalten, darunter auch Spezialprodukte, wie moderne Anti-Ageing-Pflege und parfumfreie Erzeugnisse für Duftstoff-Allergiker.
2015 gab es 314 Veröffentlichungen in der deutschen Presse, d.h. 31 Mio. Kontakte mit einer Gesamtreichweite von 135 Mio. Lesern.
Über den BDIH
Der BDIH ist ein international aktiver Verband mit Sitz in Deutschland. Er wurde 1951 gegründet und vertritt die Interessen von Herstellern und Handel im Bereich von Erzeugnissen mit Gesundheitsbezug, wozu auch kosmetische Mittel gehören. Dem BDIH sind ca. 400 Mitgliedsunternehmen aus allen Bereichen der Verbandstätigkeit angeschlossen. Die Arbeit des Verbandes beruht auf dem Prinzip der Gleichberechtigung aller Mitglieder.
In Zusammenarbeit mit führenden deutschen Naturkosmetikherstellern hat der BDIH den weltweit ersten Naturkosmetikstandard eines Herstellerverbandes geschaffen, der eine ständige firmenunabhängige Kontrolle jedes Produktes garantiert, für das das Kontrollzeichen vergeben wird.
Das BDIH-Label ist für den Verbraucher ein Erkennungszeichen für Produkte, die seinen Erwartungen an Natur- und Biokosmetik entsprechen. Der BDIH ist eine Non-Profit-Organisation und alle Einnahmen fließen der Finanzierung der Verbandsarbeit zu. Auch die vom BDIH gegründete Kontrollstelle IONC GmbH führt eventuelle Überschüsse an den BDIH ab. Alle Kosten und Beiträge sind so kalkuliert, dass auch kleine Firmen und Start-Up-Unternehmen Mitglied werden und ihre Erzeugnisse und deren Produktion kontrollieren lassen können. Die IONC stellt die Kontrolle weltweit in Kooperation mit qualifizierten Auditoren sicher.
Die Kriterien des BDIH-Standards für Kontrollierte Naturkosmetik und des COSMOS-Standard definieren nachvollziehbar die Anforderungen an natürliche Bestandteile in kosmetischen Mitteln. Darüber hinaus werden Natur- und Tierschutz ebenso berücksichtigt wie wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit.
Zentrale Vorgaben der Standards sind daher unter anderem:
o Keine Paraffine und andere petrochemischen Bestandteile
o Keine Silikone
o Keine synthetischen Farbstoffe
o Keine synthetischen Duftstoffe
o Keine synthetischen UV-Filter
o Beschränkung auf naturidentische Konservierungsstoffe / Keine Parabene
o Keine ethoxylierten Bestandteile, wie PEG
o Keine gentechnisch veränderten Organismen
o Keine Nanomaterialien
o Keine Bestrahlung
o Berücksichtigung des Artenschutzes
o Berücksichtigung von Tierversuchsverboten
o Berücksichtigung der Grundsätze von Green Chemistry
o Vorgaben für die irreführungsfreie Kennzeichnung und Bewerbung, insbesondere für „Biowerbung“

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