Ökotest: Zu wenig “Natur” in Naturkosmetik

Wie viel Natur steckt drin, wenn knackige Früchte und frische Kräuter auf Cremes, Lotionen oder Shampoos locken? Nicht viel, wie die Tester von Ökotest im August-Heft veröffentlichen. Selbst in Kultmarken wie The Body Shop, Kiehl’s oder John Frieda seien natürliche Inhaltsstoffe Mangelware.
Selbst Experten der amtlichen Kontrolle stecken in einem Dilemma, wenn es darum geht, Irreführung in puncto Natürlichkeit bei Kosmetika zu kontrollieren. Es gibt zwar rechtliche Vorschriften zum Schutz vor Täuschung bei Kosmetika. Da im Gesetz aber "Natur" oder "natürlich" nicht definiert wurde, sind die Vorschriften für die Untersuchungsbehörden praktisch nicht umsetzbar. Zudem sei die Verbrauchererwartung unklar und schwierig zu ermitteln, teilte uns das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt mit.
Das Ökotest-Team wollte wissen, wie viel Natur in "grüner" Kosmetik ohne Natrue-, Ecocert- oder BDIH-Siegel, die für echte Naturkosmetik stehen, steckt. Deshalb kaufte man 34 Kosmetika mit "grünem Anstrich" ein und durchforsteten die Liste der Inhaltsstoffe nach chemischen und natürlichen Zutaten. Der grüne Etikettenschwindel sei gewaltig, so die Tester. In den untersuchten Produkten mit grünem Anstrich stecken zwischen 15 und mehr als 60 Prozent eindeutig chemische und künstliche Zutaten. Betroffen seien sowohl die klassisch konventionellen Hersteller wie Garnier oder Schwarzkopf & Henkel als auch Marken, die sich ganz eindeutig als grün darstellen, etwa Yves Rocher oder The Body Shop.

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